Ablauf
Der Bevölkerungsrat tagte an drei Wochenenden in Zürich, Neuenburg und Bern, sowie an vier Online-Treffen. In der ersten Phase informierten sich die 100 Teilnehmenden zum Thema «steigende Gesundheitskosten» und legten fest, an welchem Schwerpunkt sie arbeiten wollen. In der zweiten Phase tauschten sie ihre Meinungen untereinander aus und diskutierten mit Politikerinnen und Politikern. Am Ende bereiteten sie die gewonnenen Erkenntnisse und Vorschläge in einem Abschlussbericht für die Öffentlichkeit und Politik auf.
Vor Beginn des Bevölkerungsrats mussten die Teilnehmenden nichts vorbereiten, gefragt war vor allem ihr Alltagswissen und ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Gesundheitswesen. Neben der Begleitung durch Fachpersonen setzte das Projektteam in Zusammenarbeit mit dem Verein Carbon Copy eine Lern-App "@gora" ein, die die Teilnehmenden des Bevölkeurngsrats freiwillig nutzen konnten. Die App diente zur Vermittlung von Informationen zum Gesundheitswesen und den fünf Themenfelder in der Vor- und Nachbereitung der Treffen.
Das zentrale Element des ergebnisoffenen Bevölkerungsrats war der Deliberationsprozess: Die Teilnehmenden hören sich unterschiedliche Sichtweisen an, wägen sorgfältig Standpunkte ab, entwickeln gemeinsam Lösungsansätze und nehmen am Ende gemeinsam Stellung.
Im Mittelpunkt standen professionell moderierte Diskussionen. Dabei wurde viel Wert auf eine angenehme und respektvolle Atmosphäre gelegt. Alle Teilnehmenden sollten gleichermassen zu Wort kommen. Die Veranstaltungen wurden von Interface Politikstudien Forschung und Beratung AG vorbereitet und moderiert. Die Organisation und Moderation des Bevölkerungsrats waren politisch und inhaltlich neutral.
Informieren
Am Startwochenende in Zürich lernten die 100 Teilnehmenden sich gegenseitig kennen und erhielten einen Überblick über den Ablauf des Bevölkerungsrats. Sie informierten sich und gewannen ein besseres Verständnis fürs Thema «steigende Gesundheitskosten». Da die Gesundheitspolitik ein grosses und komplexes Thema ist, legten die Teilnehmenden mit "Gesundheitsförderung & Prävention" einen Schwerpunkt fest, auf den sich die weiteren Diskussionen konzentrieren.
In den darauffolgenden Online-Treffen vertieften die Teilnehmenden das Thema in regionalen Gruppen. Dabei stellten sie sich Fragen wie: Welche Aspekte müssen wir bei den Gesundheitskosten beachten? Welche Reformvorschläge gibt es bereits, und welche Pro- und Kontra-Argumente stehen im Raum? Fachpersonen unterstützten die Gruppen dabei, eventuelle Wissenslücken zu schliessen.
Diskutieren
Am Diskussionswochenende in Neuenburg kamen die fünf regionalen Gruppen wieder zusammen und brachten die in den Gruppen vertieften Aspekte und die dazugehörigen Argumente ins Plenum. Zunächst erarbeitete der Bevölkerungsrat ein gemeinsames Verständnis der identifzierten Herausforderungen, der gesichteten Reformvorschläge und der verschiedenen Argumente rund um die steigenden Gesundheitskosten. Ein von Fachpersonen ausgearbeitetes Factsheet mit Argumentarium lieferte die inhaltliche Grundlage.
Am zweiten Wochenende sollten die Reformvorschläge kontrovers diskutiert werden. Am Samstagnachmittag traten Akteure aus der Politik und dem Gesundheitswesen in den Dialog mit dem Bevölkerungsrat. Zudem arbeitete der Bevölkerungsrat die konkreten Reformvorschlägen weiter aus.
Entscheiden
Im letzten Online-Treffen wurden die Diskussionen vom zweiten Wochenende verfeinert und die Teilnehmenden arbeiteten am Endprodukt – dem Abschlussbericht. Beim Abschlusswochenende in Bern positionierte sich der Bevölkerungsrat zu den verschiedenen Reformvorschlägen und verabschiedete den Bericht, der die Ergebnisse der Diskussionen zusammenfasst.
Der Abschlussbericht wurde am 20. Mai 2025 an der Abschlussveranstaltung des Bevölkerungsrats an Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider übergeben und ein politisches Podium diskutierte die Reformvorschläge und ordnete diese in den politischen Kontext ein
Der Bevölkerungsrat hatte das Ziel, wichtige gesellschaftliche Debatten gemeinsam auszuhandeln und ein fundiertes Stimmungsbild aus der Mitte der Bevölkerung zu erarbeiten. Die Ergebnisse des Bevölkerungsrats verfolgen drei zentrale Ziele:
- Ein klares Signal an die Politik: Sie zeigen auf, welche Vorschläge ein informierter Bevölkerungsquerschnitt nach sorgfältiger Auseinandersetzung unterstützt. Das Ergebnis ist ein robustes, gut begründetes Stimmungsbild - ein Beitrag zur informierten öffentlichen Meinung.
- Eine Einladung zur eigenen Meinungsbildung: Der Bericht soll auch Menschen ausserhalb des Rats ermöglichen, sich niederschwellig mit dem Thema zu befassen, unterschiedliche Lösungsansätze kennenzulernen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Dafür hat der Bevölkerungsrat relevantes Wissen verständlich aufbereitet, konkrete Reformvorschläge ausgearbeitet und Argumente dafür und dagegen einander gegenübergestellt - als Beitrag zur Stärkung der direkten Demokratie.
- Ein Anstoss für die öffentliche Diskussion: Die Ergebnisse verstehen sich nicht als abschliessend, sondern als Einladung zum Weiterdenken. Wer kann in seinem Umfeld anknüpfen? Wie lassen sich die Vorschläge des Bevölkerungsrats nutzen, um das Thema Gesundheitsförderung und Prävention auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene weiter voranzubringen?
ZumAbschlussbericht (PDF, 6 MB) undzu den detaillierten Ergebnissen des Bevölkerungsrats
Detaillierte Informationen zum Ablauf und zur Durchführung des Bevölkerungsrats 2025 gibt es im Dokument «Konzept & Programm» (PDF, 196 KB).